Warum gibt es keine Kindepornos am Kiosk um die Ecke? Warum gibt es keine Kinderpornovideos in der Vidothek? Die Antworten ist einfach. Es ist verboten – aus gutem Grund. Niemand käme auf das ebenso geschmacklose wie absurde Argument, es wäre Zensur den deutschen Bürgern sein tägliches Heft Kinderporno am Zeitungskiosk zu verbieten. Und deswegen gibt es jetzt einen Gesetztesvorschlag für Internetsperrungen.
Interessanterweise wird die Diskussion im Internet darüber ein bisschen anders geführt als in der „realen Welt“. Eine Gemeinde aus Internetaktivisten unter der Führung des FoeBud e.V finde, man solle das Gesetz am besten kippen, weil es die Bürgerrechte einschränkt. Wer das Gesetz für gut hält, fällt unter unter das Feindbild der Befürworter des bösen Schäuble-Überwachungsstaates.
Bedenklich dabei ist, dass unter dem Banner der Informationsfreiheit gleich auch Straftaten verübt werden, wie z.B. am 16. Mai, als die Website der Kinderhilfe gehackt wurde, um dort eine FoeBud e.V. Banner anzubringen, das auf die FoeBud e.V. Website verlinkt. Man braucht nicht in die Geschichte zu schauen, um zu sehen wie schnell aus (Informations-)Freiheitskämpfern – Straftäter werden. Der Verein und die Befürworter bemühen sich derzeit um Schadenskontrolle und rufen auf, sich von dem Hack zu distanzieren. Es überwiegt aber Häme, man hätte es ja geradezu herausgefordert, weil man seine Website nicht richtig gesichert hätte. (Man stelle sich vor, man würde so einen Wohnungseinbruch kommentieren, weil der Bewohner keine Alarmanlage hatte.)
Was die Netzgemeinde nicht versteht, nicht bedenkt und im Reflex als populistischen Unsinn abtut: Wir haben seit Bestehen der BRD eine Überwachung, die den anstehenden Internetsperren gleicht: Eine Postüberwachung für Sendungen aus dem Ausland.
Wenn man sich Waffen aus Pakistan senden lässt, Drogen aus Malaysia, raubkopierte Software aus China oder Kinderpornos aus xyz: Der Zoll checkt alle Sendungen, hat das Recht sie zu öffnen und sorgt dafür, dass die Sachen nicht eingeführt werden. Das passiert übrigens auch bei der Einreise am Flughafen. Die Argumente der Ertappten: man wusste nicht, dass die Entspannungspilze aus Thailand Drogen sind, dass das Souvenir aus einem artgeschützten Tier gefertigt wurde und dass man sich Viagra nicht aus dem Ausland senden lassen darf.
Auch bei der technisch komplizierten Sperrung und/oder Verfolgung wird es nicht einfach. Es sind zahlreiche Situationen vorstellbar, in denen Unschuldige auf die Sperren stoßen, weil sie nicht wussten, was sich dort verbirgt.
Aber wir leben in einem Rechtsstaat und unsere Polizei ist keine paranoide Gestapo. Die Fälle werden sorgfältig geprüft und Unschuldige werden unschuldig bleiben. Kein Gesetz gegen Kinderpornographie löst einen Überwachungswelle aus, an deren Ende tausende Unschuldige im Gefängnis landen. Der § 184 b des Strafgesetzbuches (zum sexuellen Missbrauch von Kindern) ist ein klar abgrenzbarer Bereich. Auf dieser Grundlage sollen die Sperrlisten durch das Bundeskriminalamt unter der Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit erstellt werden. Dies und nur dies sind die zu sperrenden Inhalte, über diederzeit gesprochen wird.
Wer dieses grundsätzliche Vertrauen in unseren Rechtsstaat nicht hat: wer nicht glaubt, dass wir eine Polizei haben, die sauber ermittelt und Richter, die sauber urteilen, der sollte sich bewusst machen, dass er (oder der Staat) ein viel grundsätzlicheres Problem haben. Dann ist das Sperrgesetz die allerkleinste Baustelle, um die es sich zu kämpfen lohnt.
Niemand behauptet ein Sperrgesetz bekämpfe die Ursachen alleine. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Sperrungen sind Bestandteil einer Gesamtstrategie gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und seine Darstellung im Internet. Sie sollen die Ermittlung der Täter und das Schließen kinderpornografischer Websites nicht ersetzen, sondern wirksam ergänzen. Da aber in der Hälfte aller Staaten Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie entweder nicht unter Strafe steht oder nicht ausreichend sanktioniert wird, reichen in vielen Fällen polizeiliche Mittel allein nicht aus. Die Sperrung der Seiten ist dann ein wichtiger ergänzender Baustein. Sie abzulehen wäre wie wenn man Drogenkuriere nicht verhaften würde, weil man damit die Produzenten nicht trifft.
Ich habe neulich in einem Twitterkommentar gelesen „Wenn die erste Netzsperre kommt, dann stirbt die Freiheit im Internet“. Das ist ein typisches Beispiel mit welcher vielleicht romantischen Vorstellung von grenzenloser Freiheit das Internet verstanden wird. Aber das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Der Gesetzgeber ist verpflichtet sicherzugehen, dass es Kinderpornos nicht an Kiosken gibt und auch nicht im Internet.
Ich habe selbst Kinder und es ärgert mich grenzenlos mit welcher Vehemenz der Vorstoß gegen Kinderpornos pauschal mit generalisierenden Freiheitsargumenten abgelehnt wird. Die Freiheit hat meiner Meinung nach hier ihr Ende.
Wieviele Pädophilen es tatsächlich auch geben mag, die ihre kranke Neigung im Internet ausleben. Die werden sich jedenfalls freuen, wenn Sie auch in Zukunft nicht auf die Netzsperren stoßen, wenn sich die Anbieter ihrer Wahl sichere Server im Ausland gesucht haben.
Ich finde die Netzsperren berechtigt, wünsche mir aber grundsätzlich eine viel sachlichere Diskussion anstatt diesem aufgeregten #überwach und #zensursula Alarmismus.
Mai 16, 2009 at 9:04
Na mit der Meinungs- und Informationsfreiheit ist ja zum Glück bald Schluss. Das ist kein wichtiges Grundrecht. Wahlen brauchen wir in Zukunft dann auch keine mehr.
Mai 16, 2009 at 9:21
Sie schreiben, dass die „illustrierte Gruppe Internetaktivisten“ der Ansicht sind, Kinderpornographie müsse im Internet für jeden Bürger einsehbar sein. Das ist nicht der Fall! Derartige Forderungen stellt niemand. Bitte informieren Sie sich über den Zweck und die Zielrichtung der „Internetaktivisten“.
Wenn Sie so argumentieren, dass Freiheiten Verbrechen begünstigen (was zweifellos stimmt), dann bleibt als letzte Konsequenz nur, die Bevölkerung gleich nach der Geburt vorbeugend wegzusperren, die Verbrechensrate wäre dann vermutlich bei Null.
Der Hack der Webpräsenz der Kinderhilfe wurde meiner persönlichen Einschätzung nach nicht von FoeBud e.V. oder dessen Umfeld begangen, da sich die „Internetaktivisten“ durchaus der Wirkund dessen bewusst sind. Diese Wirkung wird auch hier offenkundig, Sie selber ziehen bereits den Terroristenvergleich heran.
Mai 16, 2009 at 9:38
Richtig – der Zoll laesst illegale Sendungen nicht nach Deutschland. ein vdL-Zoll wuerde die Sendungen mit etwas festerem Paketband zuschnueren und trotzdem an die Post weitergeben.
Mai 16, 2009 at 9:54
Manche Sachen, die ich hier lese klingen wie Verbitterung, Frustration und Angst vor unserem politischen System, das nicht in der Lage sei sehrwohl zwischen Bürgerrechten und Schutzpflichten abzuwägen.
Ich erinnere hier an die Mitwirkungspflicht als Bürger. Ich hoffe ihr engagiert euch alle in Parteien, um wirklich Einfluss zu nehmen.
Mai 16, 2009 at 9:57
> Ich erinnere hier an die Mitwirkungspflicht
> als Bürger. Ich hoffe ihr engagiert euch alle in > Parteien
Noch nicht, aber bald vielleicht:
http://www.piratenpartei.de/
Haha!
Mai 16, 2009 at 10:02
1) Eine illustrere Gemeinde aus so genannten Internetaktivisten unter der Führung des FoeBud e.V findet, man solle den Bürgern garnicht reinreden und schon garnicht verhindern, dass man sich Kinderpornos im Internet ansehen kann.
2) Alles was ich hier lese ist eine polemisch formulierte Verbitterung, Frustration und Angst [...]
ich auch
Mai 16, 2009 at 10:26
Lass mich raten: Das Zoll darf unkontrolliert eine geheime Liste aller „verbotenen“ Paketinhalte führen? Und falls ich eine Benachrichtigung erhalten, dass ein Paket an mich eingezogen wurde, darf ich nicht erfahren, was in diesem Paket war? Und falls ich versuche mich über andere Wege zu informieren, was da in diesem Paket war, mache ich mich strafbar? Wäre mir neu.
Mai 16, 2009 at 11:23
Doch du erfährst was darin war. Du bekommst ein Schreiben, dass eine Sendung wegen Verstoss gegen das Arzneimittelgesetz eingezogen wurde (z.B. wenn du Viagra bestellt hast).
Wahrscheinlich hast du aber garnicht gewusst, dass man Viagra nicht in diesen tollen Internetshops bestellen darf. Vielleicht wusstest du auch garnicht, was du da bestellst.
Nicht, dass das falsch verstanden wird. Ich finde die Ausführungsbestimmungen des Gesetzes auch nicht optimal. Aber ich finde es immer noch besser als garnichts zu machen.
Mai 16, 2009 at 12:34
Und genau da unterscheiden sich unsere Meinungen: Ich glaube nicht, dass es bei Viagra oder anderem verbotenen Sachen bleibt. Wie man in anderen Ländern sieht, landet auch völlig Unbedenkliches auf der Liste – ohne Kontrollinstanz. Und ich sehe noch keinen Grund, warum es hier anders laufen sollte als in allen anderen bisherigen (Sperr-)Ländern.
Mai 16, 2009 at 1:28
Du hast nicht verstanden worum es geht, du hast gar nichts verstanden!
Mai 16, 2009 at 1:49
Nichts zu verstehen ist ja zur Zeit anscheinend große Mode!
Es gibt wirksame Methoden um KiPos aus dem Netz fernzuhalten – wie das BMI mit der Abschaltung eines legalen Satireservers nur zu deutlich bewiesen hat, kann DIE REGIERUNG jeden Server jederzeit ausschalten.
In KEINEM Land der Welt ist KiPo legal, es reicht meistens „ein Anruf“ um ausländische Server abzuschalten!
Zensursulas Vorstoß ist nix weiter als der panische Versuch im „Superwahljahr“ Stimmen abzugreifen.
Und wenn „wir Aktivisten“ alles Kriminelle sein sollen… Tja, dann ist das halt so… Fühle mich in guter Gesellschaft mit Leuten wie Voltaire, Heine etc.
Na los, sperrt uns ein!
Aber dann seht zu wie Ihr auf „unser Internet“ zugreifen könnt!
Wenn alle Geeks, Nerds und Freaks streiken würden, könntet Ihr noch nichtmal mehr Eure geliebte BILDung lesen!
Computer sind überall – und wir „Kriminelle“ sorgen dafür das sie laufen!
Mai 16, 2009 at 2:01
Ich verstehe die Diskussion immer nicht.
Es geht hier nicht darum, uns den Zugang zu Kinderpornographie frei zu halten.
Es geht darum, dass der vorgesehene Mechanismus nicht funktioniert, die falschen Leute als Verdächtige brandmarkt und die Täter schützt. Ausserdem gibt es keine Kontrolle, was auf der Liste steht.
Zu Deinem Kiosk-Beispiel: Wenn die Polizei davon erfährt, dass in einem Kiosk KiPo-Zeitschriften verkauft werden, stellt sie dann ein „Eintritt verboten“-Schild davor? Und zwar ein Schild, an dem jeder halbwegs mutige Täter schlicht vorbeigeht ohne darauf zu schauen?
Das Internet ist KEIN rechtsfreier Raum. Unsere Gesetze gelten auch dort. Kinderpornographie über das Internet zu beziehen ist genauso strafbar wie der Kauf am Kiosk.
Die Polizei sollte aber Werkzeuge in die Hand bekommen, den Server stillzulegen und den Betreiber einzusperren. Genauso wie sie mit dem Kiosk verfahren würde.
Eine weitere Gefahr, die bei diesem absolut nichts bringenden Schild besteht, ist die, dass plötzlich überall solche Schilder stehen können und niemand kontrolliert warum sie aufgestellt wurden. Außerdem möchten z.B. verschiedene Verbände, dass die Schilder demnächst auch vor CD-Läden und Casinos aufgestellt werden.
DAS sind die Punkte, gegen die wir auf die Straße gehen. Aber vermutlich war das hier sowieso nur ein Troll-Blogpost…
Mai 17, 2009 at 10:00
Genau so ist es.
Mai 16, 2009 at 2:32
Tschuldigung, aber der Schreiber dieses Blogeintrags sollte sich mal 10 Minuten hinsetzen und über die Sache nachdenken, bevor er so einen Schwachsinn in die Welt herausposaunt. Er weiß nicht was dahinter steckt und ist voll in die Falle der von der Leyen getappt.
Schließlich hat sie bewusst das Thema „Kinderpornografie“ gewählt – es ist ein sensibles Thema. Theoretisch hätte es aber auch um Musik etc. gehen können (was sowieso noch folgen wird).
Mai 16, 2009 at 2:34
@admin
Unabhängig davon, wie sinnvoll und wirksam das ist, was der Zoll da macht, sollte man mit groben Vergleichen von Internet und Postweg vorsichtig sein (im Detail können Vergleiche anschaulich sein, z.B. zwischen Postpaketen und IP-Paketen).
Bei den Internetsperren werden ja keine Pakete gefiltert und aus dem Verkehr gezogen, die Anbieter der illegalen Inhalte sind ja bekannt und werden direkt auf eine Liste gesetzt.
Wenn du also schon bei deinem Vergleich bleiben wolltest, betrachte folgendes:
Der Zoll findet in einem Paket von Absender XY einen illegalen Inhalt, der aus dem Verkehr zu ziehen ist. Daraufhin wird der Absender XY auf eine geheime, nur vom Zoll kontrollierte Liste gesetzt und in Zukunft werden in sämtlichen Postzentren alle(!) Pakete von Absender XY aus dem Verkehr gezogen, ohne nochmal zu prüfen, ob diese illegale Inhalte enthalten. Absender XY wird weder darüber informiert, dass seine Pakete in Deutschland nicht mehr ankommen noch ist ein Verfahren vorgesehen, wie er wieder von dieser Filterliste herunterkommen kann.
Würdest du ein solches Vorgehen des Zolls befürworten?
Mai 16, 2009 at 2:50
Das würde mich auch mal interessieren…
Mai 16, 2009 at 2:54
@admin:
Bevor ich noch selbst daran scheitere, einen hinkenden Vergleich weiter zu bemühen, möchte ich ergänzen, dass die Analogie in meinem letzten Kommentar nicht korrekt ist (eben weil man das auch so schlecht vergleichen kann), daher kannst du auch folgende Variante betrachten: die Tatsache, dass Absender XY auf dieser Liste des Zolls steht, hat zur Folge, dass sein unter diesem Absender erreichbares Angebot für Deutsche nicht mehr ohne weiteres einsehbar ist und keine Pakete mehr angefordert werden können.
Mai 16, 2009 at 10:17
Hi Mike, der Vergleich stimmt immer noch nicht. Man kann die Pakete weiterhin kriegen, man muss nur dem Absender unter seiner neuen Adresse schreiben… (ist ein bisschen komisch, aber das Internet funktioniert ja nicht wie die Post)
Das muss die Laien auch noch verstehen
Mai 16, 2009 at 3:47
Nur um das richtig zu stellen. Eine Sperrung ist kein Allheilmittel. Sie kann nur ein Teil eines ganzen Maßnahmenkatalogs sein. Kampf gegen die Produzenten, Verfolgung der Konsumenten und der Zwischenhändler. Wer von euch Kinder hat sollte zweimal überlegen.
Ich hoffe, wir sind uns grundsätzlich einige, dass Kinderpornographie ein Unding ist und das man konsequent dagagen vorgehen sollte. Wenn nicht, stellen wir am besten die Diskussion ein.
Das Sperrgesetzt ist keinesfalls perfekt. Die Unschärfen stören mich auch. Aber auch andere Gesetze sind nicht perfekt.
Ich denke, dass es ein besseres Gesetz geben könnt, aber fallst nicht möglich zumindest das vorgestellte.
Ich habe neulich gelesen, dass als nächstes der Überwachungsstaat auch Online-Glücksspiel und Raubkopierer verfolgen würde. Hier würde ich sagen: Ja. Wenn die Freitheit von Raubkopierern und Glücksspielabhänigen darunter leidet, auch dann sollte es das Sperrgesetz geben, wenn es nur einen Fall von Kindesmissbrauch verhindert.
Mai 16, 2009 at 4:49
Nun, da wir uns alle einig sind dass das Gesetz so wie es ist überhaupt keine Wirkung haben wird, und von der „illustren Gemeinde“
schon mehrfach erklärt (und auch gezeigt) wurde wie man Kindesmissbrauch tatsächlich bekämpfen kann (siehe carechild e.V.), warum soll man dann noch diesen Gesetzesentwurf von Frau von der Leyen befürworten?
Mai 16, 2009 at 5:30
Und genau das wird leider nicht passieren: Die Sperren werden kein Kind schuetzen. Sie decken einen Mantel des Schweigens ueber den Missbrauch.
Gleichzeitig sind alle die, die Stopseiten zu Gesicht bekommen oder boesartig umgelenkt werden verdaechtig. Ich Frage mich wie die Behoerden es schaffen all diese verdaechtigen Konsumenten (man spricht von weit ueber 10000 geblockten Zugriffen pro Tag!) zu ueberpruefen aber nicht mal in der Lage sein wollen ca. 300 deutsche Serverbetreiber anzuschreiben um den Mist direkt vom Netz nehmen zu lassen und vielleicht auch gleich an die Anbieter zu kommen. Verstehst du das?
Nein, das Gesetz ist nicht perfekt. Es ist nur eine perfekte Show im Wahlkampf und du bist begeistert drauf reingefallen.
Mai 16, 2009 at 5:40
[...] erste hat es schon geschluckt: Dieser Blogger ist für die Internetsperren – was sein gutes Recht ist, auch wenn ich ihm nicht zustimme – und bezeichnet in diesem [...]
Mai 16, 2009 at 7:08
Der große Zensator hat zugeschlagen!
Wenn einem mißliebige Kommentare nicht passen, so KONTERT man und löscht die nicht, sonst hätte ich viel zu tun!
Mai 16, 2009 at 7:11
Hallo Fux. Habe eure Anregungen aufgenommen und den Text sachlicher umgeschrieben. Deswegen habe ich zwei Kommentare herausgenommen (auch einen von meinen), die sich auf Stellen bezogen, die nicht mehr da sind. Es soll ja hier keiner als Idiot dastehen, weil er eine nicht vorhandene Aussage kommentiert. Ich freue nich über sachliche Kommentare zum Thema.
Mai 16, 2009 at 8:04
„Warum gibt es keine Kindepornos am Kiosk um die Ecke? Warum gibt es keine Kinderpornovideos in der Videothek? Die Antworten ist einfach. Es ist verboten – aus gutem Grund.“
Sehr richtig. Allerdings käme niemand auf die Idee, das folgendermassen umzusetzen: Kindepornos sollen trotzem im Kiosk aufliegen können – allerdings in einem speziellen Regal mit einem grossen STOPP-Aufkleber davor. Welche Magazine in diesem Regal landen müssen, entscheidet allein das BKA, die diese Liste wiederum (unter Auflage der Geheimhaltung) an den Kioskbetreiber weitergeben.
In jedem Kiosk streunt zudem ein unauffälliger BKA-Mitarbeiter. Und wer als Kunde auf der Suche nach Spiegel, Focus oder Geo in diesem Regaln anfängt rumzukruschteln, dessen Personalien werden aufgenommen.
Und um noch aufs Thema Internetsperren zurück zu kommen: in Fachkreisen herrscht sein Anfang der gesamten Diskussion Einigkeit darüber, dass die technische Vorgehensweise der Zugangsperrung schlicht hanebüchen ist.
Aus den teilweise bekannten Sperrlisten aus skandinavischen Ländern wird zudem sehr schnell klar, dass die Server mit den inkriminierungswürdigen Inhalten nicht im rechstaatlichen Nirwana angesiedelt sind, sondern in der westlichen Welt. Warum ist das so? Weil entsprechende Internetanbindungen in entsprechend lax regulierten Bananenrepubliken nicht zu kriegen sind.
Stellt sich die Frage, warum den Betreibern der Server in Deutschland (!), Dänemark, den USA et al nicht ganz simpel der Saft abgedreht wird?
Oder, anders gefragt: warum also bitte eine Zensurinfrastruktur aufbauen? Nur weil es weniger Stress macht, als tatsächlich zu ermitteln, und man gleichzeitig Vorwahlbonuspunkte einsammeln kann?
Mai 16, 2009 at 10:29
Der Vergleich stimmt schon eher. Zusätzlich kommst Du auch als Verdächtiger in Frage, wenn zur Zeit als Du den Laden betrittst ein Heft aus dem jeweiligen Regal fällt – oder wenn Du den Laden durch den Hintereingang betrittst.
Mai 16, 2009 at 10:26
Interessanterweise hat China die Zensurproblematik schon auf das nächste internationale Treffen setzen lassen. Es will einen Passus, dass jedes Land das Internet nach belieben Filtern darf und trotzdem als voll demokratischer Rechtsstaat gilt, der nicht zensiert.
An die Autorin – kennst Du Mogis (Mißbrauchsopfer gegen Internetsperren)? Die sind gar nicht glücklich über diesen Vorhang. Sie fühlen sich ein zweites Mal missbraucht, nämlich von der Politik zur Zensur des Internets.
Ich habe selber 3 Kinder und hoffe dass echte Wege gefunden werden um Verbrechen zu verhindern und ich bin absolut gegen jegliche Sperrung des Internets.
Mai 16, 2009 at 10:32
PS: Soviel ich weiß ist der Begriff pädophil falsch. Ich habe sogar mal gelesen, dass genau die „Kreise“ um die es hier geht diesen Begriff für sich beanspruchen – da er sehr sanft ist und „Freundschaft zu Knaben“ bedeutet. Es geht hier aber um „sexuellen Kindesmissbrauch“.
Mai 17, 2009 at 12:04
Wozu brauchen wir ein neues Gesetz, deren Umsetzung a) nicht kontrolliert werden kann, b) unwirksame Massnahmen einführt und c) für Zensur missbraucht werden kann.
Kinderpornographie ist verboten, die Server vom Netz nehmen zu lassen erfordert nur ein wenig Arbeit (http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_1.html) – wenn es denn überhaupt gemacht wird (wieso hat das BKA da eigentlich nicht schon mal eher gehandelt, wenn die Server doch bekannt waren?)
Fazit: Die existierenden Gesetze sind vollkommen ausreichend, um gegen Kinderpornographie vorzugehen. Es muss nur gemacht werden. Vielleicht brauchen die Strafverfolgungsbehörden mehr Mittel und bessere internationale Zusammenarbeit – aber dabei hilft kein Stopp-Schild.
PS: Ein anderes wichtiges Problem ist auch, die Verdächtigung von Unschuldigen durch Abgleich der Stoppschild-Seitenbesucher. Ich kann jeden Besucher meiner Homepage damit verdächtig machen, ohne dass er davon überhaupt etwas mitbekommt…
Mai 17, 2009 at 2:54
„Warum gibt es keine Kindepornos am Kiosk um die Ecke? Warum gibt es keine Kinderpornovideos in der Vidothek? Die Antworten ist einfach. Es ist verboten – aus gutem Grund.“
Genau. Und es ist das gleiche Gesetz, welches auch im Internet gültig ist und auch dort auf dieselbe Weise Kinderpornografie unter Strafe stellt.
„Niemand käme auf das ebenso geschmacklose wie absurde Argument, es wäre Zensur den deutschen Bürgern sein tägliches Heft Kinderporno am Zeitungskiosk zu verbieten. Und deswegen gibt es jetzt einen Gesetztesvorschlag für Internetsperrungen.“
Was ist das für ein Vergleich? Ist es denn den deutschen Bügern jetzt erlaubt, ihr tägliches „Heft“ Kinderporno aus dem Internet zu laden? Das ist doch Quatsch. Das Verbot gilt überall.
„Interessanterweise wird die Diskussion im Internet darüber ein bisschen anders geführt als in der “realen Welt”. Eine Gemeinde aus Internetaktivisten unter der Führung des FoeBud e.V finde, man solle das Gesetz am besten kippen, weil es die Bürgerrechte einschränkt. Wer das Gesetz für gut hält, fällt unter unter das Feindbild der Befürworter des bösen Schäuble-Überwachungsstaates.“
Schon wieder so eine Behauptung! Die Gemeinde der Internet-Aktivisten ist sehr vielfältig und ganz bestimmt nicht unter der Führung des FoeBud e.V.
Und das es Menschen gibt, die angesichts der Einschränkung Ihrer Bürgerrechte Angst vor Zensur haben, ist verständlich. Die Diskussion darum ist stellenweise hitzig und da schießt schon mal jemand über das Ziel hinaus. Aber da befinden sich alle in guter Gesellschaft – die Politiker schießen mit pauschalen Diffamierungen genauso über das Ziel hinaus.
„Bedenklich dabei ist, dass unter dem Banner der Informationsfreiheit gleich auch Straftaten verübt werden, wie z.B. am 16. Mai, als die Website der Kinderhilfe gehackt wurde, um dort eine FoeBud e.V. Banner anzubringen, das auf die FoeBud e.V. Website verlinkt.“
Ja, der Hack ist überhaupt nicht gut. Das ist keine Art eine politische Diskussion zu führen. Aber Du schreibst „z.B.“ – welche anderen Straftaten gab es denn noch??
„Man braucht nicht in die Geschichte zu schauen, um zu sehen wie schnell aus (Informations-)Freiheitskämpfern – Straftäter werden.“
Doch, ein Blick in die Geschichte würde helfen zu begreifen, dass das immer nur wenige waren und Straftaten eher die Ausnahme.
„Der Verein und die Befürworter bemühen sich derzeit um Schadenskontrolle und rufen auf, sich von dem Hack zu distanzieren. Es überwiegt aber Häme, man hätte es ja geradezu herausgefordert, weil man seine Website nicht richtig gesichert hätte. (Man stelle sich vor, man würde so einen Wohnungseinbruch kommentieren, weil der Bewohner keine Alarmanlage hatte.)“
Der Hack ist auf keinen Fall zu akzeptieren. Die Häme überwiegt im Übrigen nicht, sondern eher der Ärger darüber, dass es leider Menschen gibt, die nicht begreifen, wie wichtig eine politische Diskussion ist.
„Was die Netzgemeinde nicht versteht, nicht bedenkt und im Reflex als populistischen Unsinn abtut: Wir haben seit Bestehen der BRD eine Überwachung, die den anstehenden Internetsperren gleicht: Eine Postüberwachung für Sendungen aus dem Ausland.
Wenn man sich Waffen aus Pakistan senden lässt, Drogen aus Malaysia, raubkopierte Software aus China oder Kinderpornos aus xyz: Der Zoll checkt alle Sendungen, hat das Recht sie zu öffnen und sorgt dafür, dass die Sachen nicht eingeführt werden. Das passiert übrigens auch bei der Einreise am Flughafen. Die Argumente der Ertappten: man wusste nicht, dass die Entspannungspilze aus Thailand Drogen sind, dass das Souvenir aus einem artgeschützten Tier gefertigt wurde und dass man sich Viagra nicht aus dem Ausland senden lassen darf.“
Ein durchaus nicht von der Hand zu weisendes Argument. Aber eigentlich müsste Dir als Blogger und Internetbenutzer doch der Unterschied zwischen dem Zoll und den geplanten Internetsperren klar sein? Der Zoll beschlagnahmt die Sachen und versucht, Täter dingfest zu machen. Die Internetsperren hängen ein kleines Feigenblatt vor die Kinderpornoseiten – und es ändert sich sonst gar nichts.
„Auch bei der technisch komplizierten Sperrung und/oder Verfolgung wird es nicht einfach. Es sind zahlreiche Situationen vorstellbar, in denen Unschuldige auf die Sperren stoßen, weil sie nicht wussten, was sich dort verbirgt.“
Und warum versucht man es dann nicht mit dem Entfernen der Seiten? Und vielleicht noch so ganz nebenbei mit der Verfolgung der Täter? Wenn die Gerichte und Ermittlungsbehörden, die schon jetzt zumeist überfordert sind, in Zukunft noch jede Menge zusätzliche Verfahren gegen Unschuldige zu bearbeiten haben – wie wird sich das wohl auf die Ermittlungen gegen die wirklichen Täter auswirken?
„Aber wir leben in einem Rechtsstaat und unsere Polizei ist keine paranoide Gestapo. Die Fälle werden sorgfältig geprüft und Unschuldige werden unschuldig bleiben. Kein Gesetz gegen Kinderpornographie löst einen Überwachungswelle aus, an deren Ende tausende Unschuldige im Gefängnis landen. Der § 184 b des Strafgesetzbuches (zum sexuellen Missbrauch von Kindern) ist ein klar abgrenzbarer Bereich. Auf dieser Grundlage sollen die Sperrlisten durch das Bundeskriminalamt unter der Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit erstellt werden. Dies und nur dies sind die zu sperrenden Inhalte, über diederzeit gesprochen wird.
Wer dieses grundsätzliche Vertrauen in unseren Rechtsstaat nicht hat: wer nicht glaubt, dass wir eine Polizei haben, die sauber ermittelt und Richter, die sauber urteilen, der sollte sich bewusst machen, dass er (oder der Staat) ein viel grundsätzlicheres Problem haben. Dann ist das Sperrgesetz die allerkleinste Baustelle, um die es sich zu kämpfen lohnt.“
Genau, wir leben in einem Rechtsstaat. Und die derzeitige Regierung möchte nun – vobei an jeglicher, rechtsstaatlicher Gewaltenteilung – ein Gesetz verabschieden, welches eine exekutive Behörde (das BKA) zum Alleinherrscher über eine Zensurliste macht. Das sollte eigentlich jeden wachen Staatsbürger aufhorchen lassen. Noch ein Beispiel, welches den üblichen, rechtsstaatlichen Prinzipien nicht entspricht: Was ist mit den Webseiten, die versehentlich, aufgrund von falschen Informationen oder wodurch auch immer auf den Index geraten sind, die aber keine Kinderpornografie enthalten? Da die Liste geheim ist, kann das niemand prüfen. Und das Gesetz sieht noch nichtmal irgendeine Möglichkeit vor, sich gegen eine Indizierung zu wehren.
Wir, das Volk der Bundesrepublick Deutschland, wir sollten uns dringend Sorgen machen, wenn sich der Staat nicht mehr an die Spielregeln unseres Grundgesetzes halten möchte.
„Niemand behauptet ein Sperrgesetz bekämpfe die Ursachen alleine. Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Sperrungen sind Bestandteil einer Gesamtstrategie gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und seine Darstellung im Internet. Sie sollen die Ermittlung der Täter und das Schließen kinderpornografischer Websites nicht ersetzen, sondern wirksam ergänzen.“
Es geht nicht um ein sowohl-als-auch, es geht hier nur um dieses eine Gesetz. Es wird zwar viel davon geredet, dies sei ein Baustein in einem größeren Plan – nur hat bisher niemand den Plan enthüllt. Warum wird nicht zuerst geprüft, wie man die Kinderporno-Seiten löschen kann? Warum versucht man nicht, ersteinmal hier Erfolge zu erreichen? Warum sind private Organisationen beim Löschen von Kinderporno-Seiten Erfolgreich, aber der Staat gibt sich hier „machtlos“? (siehe CareChild Versuch blamiert deutsche Politiker: http://www.carechild.de/news/politik/internetzensur_carechild_versuch_blamiert_deutsche_politiker_566_1.html)
„Da aber in der Hälfte aller Staaten Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie entweder nicht unter Strafe steht oder nicht ausreichend sanktioniert wird, reichen in vielen Fällen polizeiliche Mittel allein nicht aus. Die Sperrung der Seiten ist dann ein wichtiger ergänzender Baustein. Sie abzulehen wäre wie wenn man Drogenkuriere nicht verhaften würde, weil man damit die Produzenten nicht trifft.“
Schön zitiert – aber hier fehlt die Angabe der Quelle des Zitates! Diese Behauptung mit den vielen Kinderpornoseiten in Staaten ohne ausreichende Gesetze ist nun längst mehr als einmal wiederlegt. Nimm Dir ein bisschen Zeit und lies die vielen spannenden Quellen, die wir auf http://wsdv.worpress.com zusammengetragen haben. Da gibt unter vielen anderen zum Beispiel einen sehr schönen Artikel aus der Zeit, der sich mit diesen nicht belegbaren Behauptungen auseinandersetzt.
„Ich habe neulich in einem Twitterkommentar gelesen “Wenn die erste Netzsperre kommt, dann stirbt die Freiheit im Internet”. Das ist ein typisches Beispiel mit welcher vielleicht romantischen Vorstellung von grenzenloser Freiheit das Internet verstanden wird. Aber das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Der Gesetzgeber ist verpflichtet sicherzugehen, dass es Kinderpornos nicht an Kiosken gibt und auch nicht im Internet.“
Das Internet ist auch kein Bürgerrechtsfreier Raum. Die Kinderpornos gibt es nicht an Kiosken – und doch existiert offensichtlich jede Menge physisch vorhandenes Material, wie das BKA in einer Untersuchung festgestellt hat. Tauschringe für dieses Material gibt es ganz ohne Internet.
Der Staat soll sich gefälligst richtig um die Kinderpornografie kümmern, um die Täter und die Opfer – übrigens meistens in Familien zu finden! Er soll dafür sorgen, dass die Kinderporno-Seiten VOM NETZ genommen werden. Hier in Deutschland könnte er direkt anfangen, denn die Sperrlisten der Länder, die es schon damit versucht haben, zeigen offensichtlich erheblichen Handlungsbedarf hier in Deutschland. Aber bitte LÖSCHEN und nicht sperren.
„Ich habe selbst Kinder und es ärgert mich grenzenlos mit welcher Vehemenz der Vorstoß gegen Kinderpornos pauschal mit generalisierenden Freiheitsargumenten abgelehnt wird. Die Freiheit hat meiner Meinung nach hier ihr Ende.“
Ich habe auch Kinder – und ich möchte, dass ihre Bürgerrechte geschützt werden. Es geht hier nicht um Freiheit um jeden Preis, auch wenn das vielleicht manchmal so scheinen mag. Es geht hier darum Maßnahmen zu fordern, die die Ursachen ausrotten! Mit populistische Wahlkampfmanövern ist keinem einzigen Kind geholfen – und mit lustigen kleinen Sperren, die sogar technisch vollkommen lächerlich sind, die aber nach gewaltigem Aktionismus aussehen, ist auch keinem Kind geholfen.
„Wieviele Pädophilen es tatsächlich auch geben mag, die ihre kranke Neigung im Internet ausleben. Die werden sich jedenfalls freuen, wenn Sie auch in Zukunft nicht auf die Netzsperren stoßen, wenn sich die Anbieter ihrer Wahl sichere Server im Ausland gesucht haben.“
Die werden gar nichts davon merken, denn die sind technisch erheblich weiter. Wenn jemand weiß, dass das, was er tut verboten ist, dann macht er alles dafür, um sein verbotenes Tun zu schützen. Und die technischen Möglichkeiten dazu sind heute gigantisch.
Ich bin – obwohl ich täglich im Job und privat im Internet surfe, noch nie auf eine Kinderpornografische Seite geraten. Wäre ich dass, hätte ich sofort alles dafür getan, dass diese Seite gelöscht wird und die Betreiber hoffentlich gefasst werden. Aber den „Zufallstreffer Kinderpornografie“ scheint es nicht zu geben. Zumindest habe ich noch niemals davon gehört.
„Ich finde die Netzsperren berechtigt, wünsche mir aber grundsätzlich eine viel sachlichere Diskussion anstatt diesem aufgeregten #überwach und #zensursula Alarmismus.“
Ich finde Netzsperren falsch, weil sie das Problem überhaupt nicht lösen. Ich lade Dich noch einmal ein, komm in unser Blog (s.o.) und beschäftige Dich mit den vielen Quellen, die wir dort zusammen getragen haben.
Ich bin sehr an einer sachlichen Diskussion interessiert und stehe gern dafür zur Verfügung!
Mai 17, 2009 at 6:28
Hallo mjuenemann. Vielen Dank füs Zeit nehmen und ausführlich schreiben. Ich schaue mir das ganze jetzt nochmals in Ruhe und ausführlich an.
Mai 17, 2009 at 12:16
dann lass uns wissen, ob Deine Meinung im Anschluss daran eine andere ist. Du machst keinen dummen Eindruck, also solltest Du nach dem objektiven Betrachten der beiden Seiten erkennen, dass niemand Kinderpornografie zugänglich machen möchte, sondern lediglich ein völlig unbrauchbares Instrument verhindert werden soll.
Mai 17, 2009 at 8:16
Ist das hier ein Troll Post oder einfach nur naivität oder einfach nur von dem Leyen geschrieben?!?
Niemand von den Internetaktivisten möchte KiPo! Wir möchten nur weiterhin ein freies Internet ohne Zensur die dabei noch nichtmal kontrolliert werden kann.
Wenn der Zoll ein Pakte mit verbotenem Inhalt findet behält er es ein und klebt nicht einfach nur einen Aufkleber drauf, der besagt, dass der Inhalt verboten ist. Mit dem richtigen Werkzeug / Wissen kannst man das Paket aber trotzdem öffnen.
Sollte KiPo am Kiosk ausliegen wird die Verbreitung wirkungsvoll gestoppt. Das heißt, die Hefte werden konfisziert, der Verkäufer und der Hersteller zur Rechenschaft gezogen.
Mit der Leyenhaften-Methode wird einfach nur ein Stopp-Schild auf das Heft geklebt und mehr nicht.
Nur weil ich Straftaten hinter einen Vorhang stelle, habe ich die nicht bekämpft, aber viel Geld, Zeit und Ressourcen in den Vorhang gesteckt.
Um einen Blogger zu zitieren:
„Benutze Kopf mit Wand“
Mai 17, 2009 at 10:03
Interessante Diskussion, die hier stattfindet!
Mir fällt dazu ein, was ich jetzt schon öfter zu hören bekam: „Der Kontrollstaat wird die Bürger nicht in die Knie zwingen. Es sind die Leute selbst, die nach der Kontrolle verlangen werden.“
Es kommt mir so verzweifelt vor, so getreu dem Motto: Ganz egal, welchen Preis wir dafür zahlen, hauptsache „irgendetwas“ wird gegen KiPo getan. Dass damit das Problem aber nicht aus der Welt geschafft, sondern lediglich in unkontrollierbare Bahnen gelenkt wird, wird dabei treuherzig übersehen.
Du sagst, dass die Freiheit genau hier endet – nein, hier fängt sie erst richtig an. Wir sind uns alle einig, dass Kinderpornographie etwas grauenvolles ist und bekämpft werden muss, aber die Frage ist doch, ob es wirklich darum geht, KiPo zu verbieten oder darum, die Menschen für mehr Kontrolle und „Sicherheit“ zu sensibilisieren.
Kann man uns denn alles „verkaufen“, nur weil es angeblich sicher ist und Verbrechen verhindert? Wenn man jeden Ladendieb nun sofort auf der Straße erschießt, haben wir auch gleich viel weniger Kriminalität – ist doch super, warum klatschen dann nicht alle?
Nur weil etwas vermeintlich mehr Sicherheit verspricht, ist das kein Grund, etwas nicht mehr kritisch zu hinterfragen, sondern mit offenen Armen draufzustürzen.
Es sind nicht die Webseiten, die gejagt werden sollten. Sondern die Täter.
Mai 17, 2009 at 11:08
[...] mit allem: Freiheitsliebe vs. Pädophilie – Kommentar: Eins der seltenen Blogs, in dem eine ehrliche Meinung für Netzsperren [...]
Mai 17, 2009 at 11:56
Internetsperren sind Zensur und das wird, wenn die Änderungen im Telemediengesetz verabschiedet werden, das BVerfG mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dann auch so sehen.
@ 26
Danke für diese gute Darstellung, ich weiss nicht, ob ich die Geduld hätte, einen Blogartikel so differenziert aufzuarbeiten.
Die „Internetgemeinde“ täte gut daran, die geplante Internetsperre nicht weiter im Zusammenhang mit KiPo zu diskutieren. KiPo ist doch nur der Vorwand der Politiker, diese Zensur-Infrastruktur zu installieren. Als Aufhänger für diese Maßnahme ist das Thema KiPo von der Politik ideal gewählt worden, da sich unter diesen Vorzeichen eine sachliche Diskussion fast nicht mehr führen lässt. Wir sind der Politik in diesem Punkt schon viel zu lange auf den Leim gegangen.
Mai 17, 2009 at 1:11
Auch von mir noch ein kleiner Nachsatz zu der Antwort von MJuenemann (die ich zu 100% unterstütze):
Zitat: „Eine Gemeinde aus Internetaktivisten unter der Führung des FoeBud e.V“ oder „…die Netzgemeinde“
Interessanterweise sind die Gegner der Internetsperren keine strukturierte Gruppe unter der Führung von irgendwelchen Vereinen oder Organisationen – vielmehr finden sich im Internet zur Zeit die unterschiedlichsten Bürger: Frauen und Männer, jeden Alters, jeder Bildung und jeder politischen Ausrichtung vereint nur eines: die Verärgerung über die Internetsperren und vor Allem die NICHT stattfindende Diskussion.
Wenn man sich die Beiträge und Blogs zu diesem Thema anschaut, wird ma etliche finden, die es erst seit wenigen Wochen existieren – so wie unseres. Diese Blogs sind nur durch die Verärgerung über das Verhalten unserer Politiker entstanden.
Es ist schon erstaunlich, wie eine so unorganisierte Gruppe sich gemeinsam und demokratisch (leider auch mit Ausrutschern und verbalen Entgleisungen) für unser Motto: Handeln statt Wegschauen: Löschen statt Sperren! einsetzt.
Mai 17, 2009 at 1:46
Hallo Leute, wie schon oben geschrieben werde ich mich jetzt erstmal mit allem nochmals auseinandersetzten.
Bis dahin schliesse ich die Diskussion.
Also bitte nicht böse sein. Aber ich denke ihr habt eure Punkte alle sehr klar gemacht. Den allermeisten vielen Dank für den sachlichen Input.
Mai 17, 2009 at 1:57
Hallo Tim,
interessanter Standpunkt (den ich nicht zwar nicht teile, aber ich respektiere Deinen Mut, das so öffentlich und gegen den Strom in der Blogosphäre zu machen) und sehr interessante Diskussion (besonders der Kommentar von mjuenemann war sehr tiefschürfend und hat meiner Ansicht nach Deinen Standpunkt argumentativ gut gekontert).
Wenn es der Ministerin und mit ihr der gesamten Bundesregierung wirklich um Kinderpornographie geht, dann sollte sie eine wirklich wirkungsvolle Maßnahme ergreifen (die ist zwar sicher teurer und nicht so sexy wie Netzsperren, könnte aber langfristig tatsächlich etwas Erfolg haben): Verbesserung Ausbildung und der personellen und technischen Ausstattung der Polizei. Eine Netzsperre wird keine Täter ermitteln – die Polizei schon. Und das ist doch das eigentliche Ziel, oder?
Das Hauptproblem sehe ich nach wie vor darin, dass dieser Gesetzentwurf die grundgesetzliche Aufteilung der Gewalten aushebelt. Schließlich soll dem Entwurf nach nur das BKA für diese Liste zuständig sein. Gerichtlicher Zugriff und parlamentarische Kontrolle sind nicht vorgesehen.
Gruß
Mai 17, 2009 at 3:51
Stimmt, ausgesprochen sachliche Dieskussion hier. Lass uns wissen ob du deine Meinung geändert hast.
Mai 18, 2009 at 9:28
92% der Deutschen sind für Internetsperren.
http://www.welt.de/wams_print/article3753604/92-Prozent-der-Deutschen-fuer-Sperrungen-im-Internet.html
Ich frage mich woher ihr 8% die Chuzpe nehmt zu glauben, ihr könntet die Mehrheit der Deutschen bevormunden.
Mai 22, 2009 at 7:06
Endlich melden sich auch Leute zu Wort, die Ahnung haben. Gerade auf Heise: ITU empfiehlt zum Kinderschutz Netzsperren.
http://www.heise.de/newsticker/ITU-empfiehlt-zum-Kinderschutz-auch-Netzsperren–/meldung/138292