Ich muss leider zugeben, dass ich mich mit Burnout etwas auskenne. Ich war vor 2 Jahren selbst in stationärer Behandlung. Mir ist in diesem Zusammenhang der Bericht des Nordkurier aufgefallen: Schwer gestörte Patienten? Psycho-Klinik im Schloss wirft Fragen auf.

Die dort beschriebene Limes Schlosskliniken finde ich aber nicht wegen der schrägen Vorstellung von Burnout-Patienten einer Zeitung auffällig, sondern weil sich offensichtlich Finanzspekulanten  des Themas Burnout angenommen haben.

Die Hintermänner der Limes Kliniken sind nämlich laut Website allesamt Investmentbanker, deren Idee es ist Geld mit Burnout-Opfern zu machen. Doof ist das nicht. Reiche Privatpatienten in Schlossimmobilien zu bringen, wo sich jeder Patient qua Ort Heilung erhofft ist sicher alleine schon wegen des Immobilienaspektes sexy für Anleger. Das ganze wirkt allerdings unseriös, mit Namedropping und Innovationsverheissungen aufgewertet.

Von dem Nobelpreisträger der dort stolz genannt wird erfährt man nicht mehr, als dass er das Konzept irgendwie gut findet. Wirklich zu tun scheint er mit den Limes Schlosskliniken nichts zu haben.

Spätestens das  Imagebuch der Limes Kliniken liesst sich dann wie ein Emissionsprospekt für Anleger und bietet wirklich absurde Stilblüten. Da wird der ehemalige Astronaut Ulrich Walter aufgeboten, der mit der ganzen Schwere seiner Titel (Prof. Prof. h.C. Dr. Dr. h.C.) in einem Nachwort vollkommen zusammenhanglos darüber redet wie schön es doch im Weltall ist. Da war der Herr Walter dem Limes-Team wohl noch einen Gefallen von einer Golfwette schuldig.

Nur: als ehemaliger Betroffener ärgert mich das sehr, dass das ernste Thema Burnout zum Fanggebiet von Spekulanten wird. Das hat im Gesundheitssystem nichts zu suchen. Selbst wenn ich sagen würde: „ist mir egal, das sind nur reiche Privatpatienten, die feststellen, dass ihr Geld auch keine seelische Gesundheit garantiert“. Selbst denen wünsche ich eine seriöse Behandlung.